Für mich ging's nach Oslo mit der Lufthansa. Der Hinflug wurde von Lufthansa CityLine mit einer
Embraer durchgeführt, die in München irgendwo auf dem Vorfeld stand – also erstmal Bus fahren.
Der Flieger war aber sehr schwach gebucht, sodass mir über zwei Reihen für mich allein zur Verfügung
standen: Auf der Langstrecke sicher ein Traum, aber nach Oslo sind es ja nur rund zwei Stunden.
Zurück ging's dann am Tag darauf mit der »richtigen« Lufthansa im Airbus, wo es mir auf
dem Fensterplatz in der Exit-Row jetzt nicht unbedingt schlechter ging als auf dem Hinflug –
nur gesehen hat man aus dem Fenster wegen der Dunkelheit weniger als beim Hinflug.
Von Munich Airport Germany ![]() |
Nach Oslo Airport Gardermoen Norway ![]() |
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Datum 06.12.2014 08:40 Uhr |
Distanz 1319 km |
Dauer 02 Std 15 Min |
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Fluglinie Lufthansa |
Durchgeführt von Lufthansa CityLine |
LH
2452
CL 2452 |
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Economy Class | Sitzplatz 31A |
Embraer 190
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Von Oslo Airport Gardermoen Norway ![]() |
Nach Munich Airport Germany ![]() |
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Datum 07.12.2014 18:30 Uhr |
Distanz 1319 km |
Dauer 02 Std 25 Min |
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Fluglinie Lufthansa |
LH 2455 | ||||
Economy Class | Sitzplatz 12F |
Airbus A320
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Für den Transfer vom Gardermoen-Flughafen in die Innenstadt –immerhin ein Weg von ca. 50 km– ist der Flytoget-Expresszug eine gute Wahl: Er ist schnell und fährt in dichter Taktung. Leider nicht ganz so billig, aber billig und Norwegen scheint sich eh ein bisschen auszuschließen (dazu aber nachher noch mehr).
In Oslo angekommen herrschte erstmal dichtester Nebel. Gemischt mit Nässe und Kälte kam geradezu Freude auf. Daher nach einem ersten Abstecher zum Hafen und der alten Festung Akershus zurück zum Bahnhof und dort in einen Zug der U-Bahn-Linie 1. Die T-bane, wie sie der Norweger nennt, fährt nämlich sogar den Berg Holmenkollen hoch. Wobei sie das nicht im Tunnel tut, und es auch weniger ein Fahren als vielmehr ein quälendes Schleichen ist. Doch nach einer Weile durchbricht sie dann die Wolkendecke und es gibt einen strahlend blauen Himmel und viel Schnee zu sehen. Die Bahn hält ein paar Gehminuten von der Schisprungschanze Holmenkollbakken entfernt. Hier gibt es dann eine fantastische Aussicht, auch mit einer niedrig stehenden Dezembersonne.
Nachdem die Sonne dann untergegangen war, ist es gefühlt gleich nochmal kälter geworden,
also schnell wieder zum Zug und zurück in die Stadt und erstmal im Hotel einchecken und
das Gepäck loswerden.
Für die eine Nacht habe ich mich im Smarthotel einquartiert; nachdem ich bei
Expedia die Flüge gebucht hatte, boten sie mir die Nacht in diesem Hotel für rund 65 Euro an
– kein schlechter Preis für Oslo. Mein Zimmer war nicht groß, aber sauber und das Bett
war bequem. Ich persönlich mag solche Hotels, die nicht mit viel Service-Schnickschnack zu
punkten versuchen, sondern ein solides Produkt anbieten. Gerade bei Wochenendtrips ist man meist
ja eh nur zum schlafen und duschen im Hotel.
Nach dem Einchecken ging's nochmal raus in die Stadt, und die Erkenntnis des Tages war:
Oslo ist teuer. Oslo ist teuer im Vergleich zum Beispiel zu London. Oslo ist teuer, selbst wenn man
Münchner Mietpreise gesehen hat oder mal am Flughafen München geparkt hat. Eine Cola und eine Tüte
Chips hat mich dort im Supermarkt das gleiche gekostet wie zu Hause in einem Kino – wenn man
Preise für Lebensmittel und Restaurants mit zu Hause vergleicht, merkt man schnell, dass es weniger um
Prozente, sondern geradezu um Multiplikatoren geht.
Irgendwann kommt auch der eigene Geiz durch und es widerstrebt einem, über zehn Euro für einen mittelmäßigen
Hamburger zu bezahlen – leider ein schlechtes Gefühl, was einen die Reise über begleiten kann.
Zum sparen ist es hilfreich, sich gegebenenfalls schon daheim oder im Supermarkt mit Keksen und
Schokoriegeln einzudecken und auch möglicherweise das Hotelfrühstück zu nutzen. Ich habe für das
Frühstücksbuffet umgerechnet knapp elf Euro bezahlt und wenn man »All You Can Eat« nicht
als Angebot, sondern als Herausforderung betrachtet, bringt einen das dann auch ein ganzes Stück
durch den Tag.
Wo wir gerade noch beim Geld sind: Ich habe zwei Tage dort verbracht, ohne mir einheimisches Geld zu
besorgen: Meine Bezahlungen konnte ich alle mit Kreditkarte erledigen. Fast schade, denn die Entwürfe
für die neuen Banknoten sehen wirklich fantastisch aus.
Zu Fuß lässt sich die Innenstadt gut erkunden; ich finde es unnötig in der Innenstadt auf einen Bus oder eine Tram zu warten. Lieber gleich loslaufen. Bei Nacht (die im Winter richtig lang gehen kann) ist alles herrlich schön beleuchtet. Einen guten Eindruck (und schöne Fotos) bekommt man vom Dach des Opernhauses, das zugänglich ist. Wenn es glatt ist, kann man sich aber bestimmt auch gut das Genick brechen, wenn man nicht aufpasst. Ich (und auch einige andere Passanten) sind jedoch nicht nur hier, sondern auch an anderen Stellen in der Stadt ins Schlittern geraten, weshalb man eine generelle Vorsicht bei niedrigen Temperaturen an den Tag legen sollte.
Insgesamt ein schönes Wochenende in einer sehr interessanten Stadt. Falls es mich nochmal dorthin verschlägt, dann wahrscheinlich eher im Sommer – wenn die Tage länger und die Sonne wärmer sind...